Das Wichtigste in Kürze
- On-Premise heißt: Hardware, Software und Daten liegen in deiner Verantwortung
- Du behältst die Kontrolle über Zugriff, Speicherort und Verfügbarkeit
- Dafür trägst du Anschaffung, Betrieb und Sicherheit selbst
- Es lohnt sich bei sensiblen Daten oder dauerhaft hoher Auslastung
- Mischformen mit der Cloud sind verbreitet und oft sinnvoll
Definition
On-Premise (auch On-Prem) bedeutet, dass IT-Systeme in den eigenen Räumen oder im eigenen Rechenzentrum betrieben werden. Im Gegensatz zur Cloud kaufst du Hardware und Lizenzen selbst und kümmerst dich um Wartung und Sicherheit. Für KI heißt das: Das Sprachmodell läuft auf deinem eigenen Server und die Daten verlassen das Firmennetz nicht.
On-Premise: So funktioniert's
Du brauchst geeignete Hardware, in der Regel Server mit leistungsfähigen Grafikkarten, einen sicheren Standort mit Strom, Kühlung und Zugangsschutz sowie die Software für Modelle und Anbindung. Dazu kommen Betrieb und Pflege: Updates, Backups, Überwachung und Zugriffsverwaltung. Mitarbeitende greifen wie bei einem Cloud-Dienst über eine Oberfläche oder eine Schnittstelle zu, nur dass alles im eigenen Netz bleibt.
Relevanz für dein Unternehmen
Die Entscheidung zwischen On-Premise und Cloud ist weniger eine Glaubensfrage als eine Rechnung aus Datenschutz, Kosten und Aufwand. Wer vertrauliche Daten verarbeitet oder sehr viele Anfragen hat, fährt mit eigener Hardware oft besser. Wer selten KI nutzt oder schnell starten will, ist mit der Cloud günstiger unterwegs. Häufig ergibt sich ein Mix: sensible Inhalte on-premise, der Rest in der Cloud.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- +Maximale Kontrolle über Daten und Systeme
- +Keine Abhängigkeit von Preisänderungen oder Ausfällen eines Anbieters
- +Planbare Kosten bei dauerhaft hoher Nutzung
- +Erleichtert die Erfüllung strenger Vorgaben von Kunden oder Aufsicht
Nachteile / Grenzen
- −Hohe Anfangsinvestition in Hardware
- −Betrieb, Sicherheit und Wartung liegen bei dir
- −Skalierung bei Lastspitzen ist begrenzt
- −Hardware veraltet und muss ersetzt werden
Praxisbeispiele
- 1Ein KI-Server im eigenen Serverraum für interne Textassistenten
- 2Eine Wissensdatenbank ohne Anbindung an die Cloud
- 3Ein vollständiger KI-Baukasten auf dedizierter Hardware
- 4Eine Praxis, die Dokumentation lokal per KI unterstützen lässt, ohne Datenübertragung
- 5Ein Fertigungsbetrieb mit KI-Qualitätskontrolle direkt an der Linie
Häufig gestellte Fragen
Ab wann lohnt sich On-Premise gegenüber der Cloud?
Wenn die Daten sehr sensibel sind oder die Nutzung dauerhaft hoch ist. Eine Vergleichsrechnung über drei bis fünf Jahre mit Hardware, Strom, Betreuung und Cloud-Gebühren schafft Klarheit.
Welche Hardware brauchen wir?
Meist einen Server oder eine Workstation mit leistungsfähiger Grafikkarte und viel Arbeitsspeicher. Die genaue Ausstattung richtet sich nach dem Modell und der Zahl der gleichzeitigen Nutzer.
Brauchen wir einen eigenen Serverraum?
Für kleine Systeme genügt ein abschließbarer, gut belüfteter Raum. Größere Installationen benötigen ordentliche Kühlung, Stromabsicherung und Zutrittskontrolle. Alternativ eignet sich ein Rechenzentrum, das Stellplätze vermietet.
Können wir On-Premise und Cloud kombinieren?
Ja, das ist gängige Praxis. Vertrauliche Aufgaben laufen vor Ort, rechenintensive oder unkritische Aufgaben in der Cloud.
Wer kümmert sich um die Wartung?
Entweder die eigene IT oder ein Dienstleister im Rahmen eines Betreuungsvertrags. Kläre das vor der Anschaffung, denn ohne Pflege veralten Systeme und werden zum Sicherheitsrisiko.